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Geschichtlicher Ablauf:
Im Sommer 1998 entstand der Wunsch nach einer Sprachmailbox in Paderborn. Schnell wurden wir dann auch im Internet nach etwas passendem für uns fündig. Wir entschieden uns für das Digital Voice Mailbox System (DVMS).
Die Software wurde von Detlef Fliegl (DG9MHZ) entwickelt.
Die Hardware, eine PC-Einsteckkarte, wurden von Christian Herler (DH8MBR) bzw. Helmut Schmeiser (DF9GN) erstellt.
Einen passenden PC haben wir dann schnell aus vorhandenen Komponenten und der DVMS-Einsteckkarte zusammengebaut.
Nach der Anpassung an ein Standard C-7800 und einigen Abgleicharbeiten am DVMS war die Sprachmailbox dann erst einmal im Simplexbetrieb QRV. Einen Probebetrieb starteten wir dann am 29.10.1998 auf der Universität-Gesamthochschule Paderborn.
In der Clubstation der Uni (DK0UP) war eine Rundstrahlantenne für das 70cm Band schon vorhanden, sodaß wir ohne großen Aufwand den Probebetrieb aufnehmen konnten.
Aber so schnell sollte es nicht weitergehen.
Jetzt hieß es, einen Antrag auf die "Zuteilung eines Rufzeichens für eine besondere Amateurfunkstelle" zu beantragen. Der im Oktober 1998 beim VHF/UHF/SHF-Referat des DARC gestellte Antrag, wurde dann im April 1999 befürwortet und zur RegTP nach Rostock weitergeleitet. Am 10.01.2000 wurde dann unserer Sprachmailbox das Rufzeichen DB0PBS zugeteilt.
Zu diesem Zeitpunkt war der Neuaufbau von DB0UG schon beendet, sodaß wir das alte Stornorelais für unsere Sprachmailbox umfunktionieren konnten. Ludger (DK9QF) hat dann die neuen Quarze (Eingabe: 431,7125 MHz / Ausgabe: 439,3125 MHz) eingebaut und das Relais auf die neuen Frequenzen abgeglichen.
Jetzt folgte der Einsatz von Uli (DL6YEO). Mal "eben" das DVMS vom Standard C-7800 auf das Stornorelais umzuklemmen ging dann doch nicht so einfach und schnell. Da waren dann doch einige Probleme z.B. mit der Qualität der NF über die DVMS-Platine, die Uli dann aber doch mit guten Ideen gemeistert hat. Dann entdeckte Uli noch die Möglichkeit mit den digitalen Eingängen am DVMS. Schnell wurde ein AD-Wandler organisiert und angeschlossen. Jetzt kann man die Außentemperatur und die der Endstufe abfragen. Für einige der noch freien Kanäle wird uns bestimmt auch noch etwas einfallen.
Technischer Ausbau des Relais
von Ulrich Klute, DL 6 YEO
Auf der Schulbrede 1, 33098 Paderborn
Storno SQF663
Die Frequenzaufbereitung
Sende- und Empfangsfrequenzen werden mittels separater Quarze erzeugt. Die ist zwar etwas antiquiert, aber die spektrale Reinheit der Signale ist dafür super. Beide Quarze stecken in einem TCXO und werden bei 80° C betrieben (Original Storno).
Der Sender
Der Sender ist weitgehend noch Original, d.h. das Sendesignal wird auf 2 m erzeugt und mittels eines Varactors verdreifacht. Nach dem Durchlauf eines mehrstufigen Helical-Filters steht eine Sendeleistung von ein paar Watt auf UHF zur Verfügung.
Die Endstufe
Firma SSB-Electronic vom Typ TLA 432-50. Diese wird jedoch nur sehr gering ausgesteuert und ist noch heute ohne Probleme in Betrieb. Vorsorglich wurde zusätzlich ein temperaturgeregelter Lüfter auf den Kühlkörper montiert, der aber nur bei ganz extremen Bedingungen anspringt (Dauerbetrieb > 12 h bei Außentemperaturen > 30° C).
Der Empfänger
Vom ursprünglichen Storno-Empfänger war zum Schluß nicht mehr viel übrig geblieben.
Das ankommenden Signal wird mittels eines GaAs-FET-Vorverstärkers (Eigenbau DK9QF) rauscharm vorverstärkt. Nach einem 6dB Dämpfungsglied (aus Stabilitätsgründen) und der erforderlichen selektiven Filterung folgt ein zweiter rauscharmer Transistor vor dem Mischer selbst.
Der Duplexer
Ein kommerzieller Duplexer der dänischen Firma Procom.
Die Antenne
Diamond Rundstrahlantenne X50
Die Steuerung
Bei der Stornoanlage kam ursprünglich eine Ablaufsteuerung mit TTL-Logik zum Einsatz, die dann gegen LS-TTL ausgewechselt wurde und später gegen HC-Logik. Der Ablauf läuft EPROM-gesteuert; ein Prozessor ist nicht vorhanden. Für Fernsteuerung und 1750 Hz-Erkennung kommen PLL-Dekoder XR 2206 / XR 2211 zum Einsatz. Ein NF-Verstärker ermöglicht das lokale Mithören des Funkbetriebs vor Ort über Lautsprecher.
Die mit angeschlossene Sprachmailbox verfügt über eine eigene Steuerung, die der PC übernimmt. Es stellte sich heraus, das die Generierung des Squelchsignals über den PC nicht der gewünschten Qualität entsprach. Daher übernimmt die alte Ablaufsteuerung die Erzeugung des Squelchsignals und gibt es an den PC weiter. Das PTT - Signal des PCs und der alte Ablaufsteuerung sind logisch "oder" verknüpft. Beide Steuerungen sind nun gleichberechtigt. In der Praxis kann jetzt also der PC ruhig mal ausfallen und die Relaisfunktion ist über die alte Steuerung noch gewährleistet. In diesem Fall funktioniert nur die CTCSS Erkennung und der Sprachtext "Willkommen beim Paderrelais DB0PBS" mit der Morsekennung nicht mehr.
Die Synchronisation der Systemzeit erfolgt mittels angeschlossenem DCF77 Empfänger.
Die Stromversorgung
Das Storno-Relais selbst wurde mittels der Original Storno Stromversorgung (Längsregler) betrieben. Die Betriebsspannung beträgt -24V.
Die Endstufe dazu wurde, wie weiter oben schon erwähnt, mittels eines primär getakteten Netzteils betrieben. Hierbei handelt es sich um ein modifiziertes Netzteil aus einem Nixdorf-Computermonitor.
Die Sprachmailbox
Sie besteht aus einem 486 PC mit 8MByte Hautspeicher. Die Sprachnachrichten werden auf einer 500MByte Festplatte gespeichert. Diese wird 2 mal in der Woche automatisch gesichert. Das Herz der Sprachmailbox ist die DVMS Hard- und Software. Sie übernimmt das digitalisieren und verwalten der Sprachnachrichten. An dem PC ist ein AD-Wandler angeschlossen mit dem sich analoge Signale einlesen lassen. Das sind momentan die Außentemperatur und die der Endstufe.
Finanzierung der Relaisfunkstelle
Neben den technischen Problemen beim Betrieb eines Relais gibt es meist auch ein finanzielles. Unterhaltung und Ausbau eines Umsetzers kosten Geld. Viele Funkamateure nutzen regelmäßig die Umsetzer aber wenn man sie wegen einer finanziellen Spritze anspricht, gibt es häufig "Empfangsstörungen".
Daher wurde am 24.9.1981 die Relaisinteressengemeinschaft DBØUG gegründet. Jedes Mitglied zahlt pro Jahr einen Minimalbeitrag von DM 18.- Ansprechpartner ist DK9QF.
Auf der RIG-Jahreshauptversammlung am 18.061999 wurde die Sprachmailbox DB0PBS in die RIG aufgenommen.
Spenden sind nicht nur wünschenswert, sondern auch erforderlich! Wer regelmäßig den Umsetzer nutzt, sollte entweder Mitglied in der RIG werden oder ab und zu mal einen Schein überweisen.
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